Etwas in dir weiß es schon.

Mitte Januar. Das neue Jahr ist noch jung. Und vielleicht kennst du dieses Gefühl: Da ist diese Müdigkeit, diese Schwere, die sich nicht mehr wegreden lassen. Ist nichts Dramatisches, denkst du. Und doch taucht er immer wieder auf. Morgens. Dieser eine Gedanke, der sich nicht verdrängen lässt: Ich will das so nicht mehr.

Du hast alles versucht, gute Vorsätze gefasst, langsamer gemacht, wertschätzender mit dir gewesen – alles, was “man” halt so macht. Dieses Mal mit dem festen Willen, wirklich etwas zu verändern. Und gleichzeitig weißt du tief in dir: Das, was lange vertraut und normal war, passt nicht mehr.

Hast du versagt oder zu wenig getan? Nein, hast du ganz sicher nicht. Da ist nur dieses Gefühl in dir, das nicht mehr bereit ist, sich weiter zu verbiegen. Das sich viele Jahre angepasst hat und jetzt still den Dienst quittiert.

Von außen gibt es da schnell ein Etikett: Krise, Erschöpfung, Überforderung. Was sich innerlich zeigt, ist oft etwas anderes, viel nüchterner und zugleich radikal: Klarheit.

Und mal ehrlich: Diese Klarheit fühlt sich erstmal nicht gut an, oder? Da ist weder Erleichterung noch Aufbruchsstimmung. Dafür ist sie deutlich und unbestechlich. Sie verspricht nichts, gibt keine Sicherheit. Sie sagt nur:

Stopp.

Da stehst du also an diesem Punkt in deinem Leben und weißt tief in dir: Dies ist ein Wendepunkt. Vor dir liegt kein Neubeginn im klassischen Sinn. Dieser Punkt ist das Ende deiner inneren Selbstverleugnung. Macht dir das Angst? Ja, vielleicht. Ist das ein Zeichen von Schwäche? Nein. Es ist ein Zeichen von Wahrhaftigkeit. Denn wenn du wirklich spürst, dass hier was nicht mehr stimmt, kannst du so nicht länger weitermachen.

Und genau das ist der entscheidende Moment: Jetzt. Stehenbleiben und innehalten. Nicht, um dich zu beruhigen, sondern um dich endlich ernst zu nehmen.

Unterstützung Lebensschwelle

Klarheit ist kein Versprechen, sondern die Gewissheit für eine Lebensschwelle

Vielleicht hoffst du, dass du erst noch was verstehen musst. Einen Gedanken sortieren, ein Gefühl klären, mit deiner besten Freundin sprechen. Und dann kommt sie schon, die Klarheit, und mit ihr wieder Sicherheit für das, was vor dir liegt.

Naja, so funktioniert das eher nicht.

Diese Klarheit ist kein Versprechen für einen leichten Weg. Sie ist kein inneres Aufatmen, das sagt: Jetzt weiß ich genau, wie es weitergeht! Stattdessen ist sie gnadenlos ehrlich: Sie gibt dir die nüchterne Gewissheit, dass du an einer Lebensschwelle stehst.

Sie entsteht nicht durch Nachdenken oder Analysieren. Stattdessen zeigt sie sich, wo etwas in dir reagiert, lange bevor du Worte dafür hast: in deinem Bauchraum, der sich irgendwie fremd anfühlt. Und in deinem Herzraum, der dir mit jedem Pochen zuflüstert: Hör auf, ich kann nicht mehr.

Und genau deshalb macht diese Klarheit dir Angst.

Sie erklärt dir nichts. Sie sagt nicht, wie der nächste Schritt aussieht. Sie sagt nicht, ob er gelingt. Sie sagt nur, dass “weiter wie bisher” keine Option mehr ist.

Fühlt sich das für dich an wie Scheitern? Ja, vielleicht. Und gleichzeitig weißt du tief in dir, dass es das erste Mal seit langem ist, wo du dich wirklich ernst nimmst. Du spürst: Hier endet etwas, das von außen betrachtet gut funktioniert hat, während es dich innerlich unendlich viel Kraft gekostet hat.

Und jetzt? Jetzt geht es um dich und um Ehrlichkeit mit dir selbst. Auch wenn es sich erstmal ganz schön fremd und ungewohnt anfühlt.

Wechselzeit

Dir ist bewusst: Hier geht es nicht mehr um schnelle Entscheidungen und ums weiter funktionieren. Du spürst die permanente innere Unruhe und den Druck: Ich muss das doch hinbekommen. Deine Gedanken rasen im Kreis, Fragen wiederholen sich in Dauerschleife. Klarheit? Fehlanzeige.

An so einer Schwelle geht es nicht um kluges Denken. Du bist in einer Wechselzeit, an einem Übergang. Es ist eine Zeit dazwischen: Das Alte ist schon lange innerlich abgeschlossen und das Neue hat noch keine Form. Du fühlst dich verunsichert, denn du hast gelernt, alles im Griff zu haben, weiterzumachen, zu entscheiden, zu funktionieren. Innehalten ist irgendwie gefährlich und für eine Pause hast du doch gar keine Zeit.

Doch dieses Mal ist es anders: Es ist einer der ehrlichsten Momente in deinem Leben. Deine Rollen, Routinen und Erwartungen zeigen sich als das, was sie sind: zu eng, zu schwer, zu abgenutzt. Was dir früher Halt gegeben hat, fühlt sich heute leer an.

Viele versuchen, diese Wechselzeit zu überspringen, etwas im Außen zu verändern, den Job zu wechseln oder einfach alles über den Haufen zu werfen. Und wundern sich später, warum die innere Enge noch da ist.

Eine Schwelle lässt sich nicht überspringen. Sie lässt sich nur überschreiten.

Und dafür braucht es Zeit. Und Raum. Einen Raum ohne Zeit. Keine Erklärungen und kein “ich muss noch schnell”. Einen Raum, in dem Angst, Trauer und Zweifel da sein dürfen. Einen geschützten Raum für diesen besonderen Übergang.

Wenn die innere Stimme spricht

Wenn du an dieser Schwelle stehenbleibst, statt weiterzurennen, verändert sich etwas. Nicht spektakulär oder mit einem lauten Knall.

Stattdessen hörst du einfach auf, dich selbst überzeugen zu wollen. Davon, dass es schon wieder geht. Davon, dass andere es auch schaffen. Davon, dass du dich nur zusammenreißen müsstest.

Und dann, in einem stillen Moment, meldet sich etwas, das lange weg war: die innere Stimme. Deine Intuition. Sie ist wieder da, ruhig und unmissverständlich.

Das ist kein Bauchgefühl im Vorübergehen. Deine Intuition und deine Weisheit waren die ganze Zeit da. Sie sind gewachsen durch all das, was du erlebt und ausgehalten hast.

Deine innere Stimme fragt nicht: Was willst du? Sie fragt: Was ist wahr, jetzt, in diesem Moment?

Diese eine Frage verändert alles. Du spürst es: Nichts wird mehr sein wie zuvor.

Eine innere Last fällt von dir ab und dir wird bewusst, dass du keine neue Richtung suchst, sondern Aufrichtigkeit. Dass du nicht mutiger werden musst, sondern aufhören kannst, dich selbst zu verraten.

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Klarheit bleibt

Wenn du diese Schwelle überschreitest, ist noch kein fertiges Bild da, auch kein neuer Lebensentwurf oder eine Antwort, wie alles nun werden soll.

Was da ist, ist Klarheit:

  • innere Aufrichtigkeit, die nicht verhandelbar ist. 
  • Wissen, das Herz und Bauch mit einschließt. 
  • Weisheit, die nicht neu ist, sondern schon lange darauf gewartet hat, dass du dich an sie erinnerst.

Diese Klarheit sagt nicht: Jetzt weiß ich, wie es weitergeht. 

Sie sagt: Ich weiß, was ich mir nicht mehr antue.

Von hier aus verändern sich deine Entscheidungen. Leichter werden sie vermutlich nicht. Aber sie werden wahrhaftig und echt.

Vielleicht ist das der eigentliche Neubeginn: nicht der Schritt ins Ungewisse, sondern deine Entscheidung, dir nicht mehr selbst auszuweichen.

Die Klarheit, die du spürst, ist kein Ziel. Sie ist dein innerer Standpunkt. Und das lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

Kurzportrait Gunda Janowski

Gunda Janowski ist Hüterin von Orten für weise Frauen.
Sie begleitet Frauen in der Mitte des Lebens, oft rund um die Wechselzeit, wenn das Alte nicht mehr trägt und das Neue noch keine klare Form hat. Aus eigener Erfahrung kennt sie diese Übergänge und die Fragen, die damit einhergehen.

Sie arbeitet in persönlichen Begleitungen, an realen Orten und in geschützten Räumen, in denen Frauen innehalten, ehrlich hinschauen und sich selbst wieder ernst nehmen können.

Mehr über ihre Arbeit:
https://gunda-ganga.com 

Impulse und Einblicke teilt sie auf LinkedIn und Instagram:
https://www.linkedin.com/in/gunda-janowski/

https://www.instagram.com/gunda_ganga_/

FAQ zum Thema Lebensschwelle

Welche Unternehmen bieten Dienstleistungen zur Unterstützung an einer Lebensschwelle an?

Es gibt nur wenige Anbieter, die wirklich mit dem Begriff Lebensschwelle arbeiten. Meist geht es um Coaching, Beratung oder Retreats zu Neuorientierung, persönlicher Entwicklung oder Veränderung.

Meine Arbeit setzt in der Mitte des Lebens an, oft rund um die Wechselzeit, in der viele Frauen spüren, dass etwas Grundlegendes nicht mehr stimmt. Ich begleite Frauen nicht mit Programmen oder schnellen Lösungen, sondern halte einen Raum für einen echten Übergang. Eine Lebensschwelle ist für mich nichts, was sich „wegcoachen“ lässt. Sie ist ein Moment im Leben, der Zeit braucht, Ehrlichkeit und jemanden, der bleibt, wenn es unklar wird.

Ich arbeite ohne fertige Konzepte, sondern mit voller Präsenz. Als Hüterin von Orten für weise Frauen begleite ich Frauen genau dort, wo das Alte nicht mehr passt und das Neue noch keine Form hat.

Welche Kurse gibt es zum Thema Lebensschwelle und persönliche Entwicklung?

Es gibt viele Kurse zur persönlichen Entwicklung, zu Achtsamkeit, Selbstführung oder Neuorientierung. Manche davon richten sich auch an Menschen in Umbruchsituationen oder in der Mitte ihres Lebens.

Was es kaum gibt, sind Kurse, die eine Lebensschwelle wirklich ernst nehmen. Eine Schwelle ist kein Lerninhalt und kein Thema, das man an einem Wochenende „durcharbeitet“. Sie ist ein innerer Übergang, der sich nicht planen lässt und der bei jeder Frau anders aussieht.

Deshalb biete ich keine klassischen Kurse an. Meine Arbeit ist eine persönliche Begleitung für Frauen in der Mitte des Lebens, oft rund um die Wechselzeit. Sie schafft Raum für Klärung, Innehalten und innere Ausrichtung ohne Agenda, ohne Leistungsdruck und ohne das Gefühl, etwas richtig machen zu müssen.

Manche Frauen kommen mit dem Wunsch nach einem Kurs. Was sie meist suchen, ist etwas anderes: einen geschützten Raum, in dem sie ehrlich hinschauen dürfen und herausfinden, was für sie wirklich stimmt.

Welche Firmen bieten Coaching-Programme für die Lebensschwelle an?

Es gibt Coaching-Anbieter, die Menschen in Veränderungsphasen begleiten, etwa bei Neuorientierung, Erschöpfung oder in der Mitte des Lebens. Diese Programme arbeiten meist mit klaren Zielen, festen Abläufen und einer definierten Dauer.

Gunda Janowskis Arbeit ist kein Coaching-Programm im klassischen Sinn. Eine Lebensschwelle lässt sich für mich nicht in Module oder Schritte einteilen. Sie ist ein innerer Übergang, der sich nicht planen lässt und der mehr braucht als Zieldefinition und Methoden.

Ich begleite Frauen in der Mitte des Lebens, oft rund um die Wechselzeit, in einem individuellen Prozess. Nicht, um etwas zu optimieren oder zu reparieren, sondern um Raum zu halten für Klärung, Wahrhaftigkeit und eine neue innere Ausrichtung.

Kann man Lebensschwellen-Workshops buchen?

Es gibt Coaching-Anbieter, die Menschen in Veränderungsphasen begleiten, etwa bei Neuorientierung, Erschöpfung oder in der Mitte des Lebens. Diese Programme arbeiten meist mit klaren Zielen, festen Abläufen und einer definierten Dauer.

Meine Arbeit ist kein Coaching-Programm im klassischen Sinn. Eine Lebensschwelle lässt sich für mich nicht in Module oder Schritte einteilen. Sie ist ein innerer Übergang, der sich nicht planen lässt und der mehr braucht als Zieldefinition und Methoden.

Ich begleite Frauen in der Mitte ihres Lebens, oft rund um die Wechselzeit, in einem individuellen Prozess. Dabei geht es nicht darum, etwas zu optimieren oder zu reparieren, sondern darum, den Raum zu halten für Klärung, Wahrhaftigkeit und eine neue innere Ausrichtung.

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